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Angst vor neuem Viadukt

22.05.2017

Berichte und Zeitungsartikel

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Bericht aus dem Bund vom 24.6.2009

Es besteht dringender Handlungsbedarf für den Ausbau des Bahnhofs Bern; darin waren sich die Teilnehmer an einem Podium zur Bahnhofplanung einig. Wie stark das Lorraine-Quartier unter einem geplanten Viadukt leiden wird, blieb unklar.

Ist der Ausbau des Bahnhofs Bern nötig? Wo steht das Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» zurzeit? Fragen wie diese diskutierten Vertreter von Stadt, Kanton, RBS und dem Lorraine-Quartier an einem vom Grünen Bündnis und dem Verein Läbigi Lorraine organisierten Podium vorgestern Abend im Schulhaus Breitenrain. Zuvor begaben sich die Teilnehmenden auf einen Rundgang, bei dem die Auswirkungen eines Brückenneubaus auf die Lorraine thematisiert wurden. 

«Aaretalschutz wird Makulatur»

Die bislang favorisierte Projektvariante sieht einen neuen Eisenbahnviadukt im Lorrainequartier als Zufahrt für den SBB-Tiefbahnhof vor. «Damit wird der Aaretalschutz zur Makulatur», sagte Romano Manazza vom Verein Läbigi Lorraine an der Führung. Unter anderem würde das Lorrainebad, für Manazza das Herz des Quartiers, an Attraktivität verlieren. «Wenn andauernd Züge vorbeibrettern, ist die Ambiance natürlich nicht mehr dieselbe», sagte er. SP-Grossrat Andreas Hofmann von der Quartierkommission Dialog Nordquartier forderte deshalb auf dem Podium, dass Alternativen wie die Linienführung über die Länggasse geprüft werden müssen. 

Armin Beyeler, Leiter Infrastruktur RBS, ist hingegen der Meinung, dass ein allfälliger Viadukt «quartierverträglich» gebaut werden könne. Gemäss Beyeler müssten allerdings ein Haus an der Haldenstrasse und drei Häuser an der Jurastrasse abgerissen werden. 

«Genau bei solchen Fragen muss die Stadt mitreden», sagte Stadträtin Stéphanie Penher (gb). Insbesondere am Planungskredit von 650000 Franken, den der Gemeinderat vorübergehend zurückzog, sei festzuhalten. Dieser Rückzug sei keinesfalls als Zaudern seitens des Gemeinderats zu werten, betonte Berns Gemeinderätin Regula Rytz (gb). Vielmehr habe die ETH-Studie, die zu optimistische Nachfrageprognosen kritisierte (der «Bund» berichtete), neue Einsichten eröffnet, die in die Planung einfliessen müssen. 

Kampf um Subventionstöpfe

Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass ein Ausbau des zweitgrössten Bahnhofs der Schweiz unerlässlich ist. Sowohl Regula Rytz als auch Mirjam Bütler, Generalsekretärin der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern, unterstrichen die Bedeutung eines neuen Bahnhofs für den Standort Bern: «Bern darf gegenüber anderen Städten nicht zurückfallen», sagte Bütler. Auch in Zürich, Luzern und Genf seien neue Bahnhofprojekte in Planung; ein Verteilkampf um die Gelder aus dem Infrastrukturfonds des Bundes sei absehbar. 

Ungefähr 65 Personen folgten der Diskussion, die von Daniel Vonlanthen, Redaktor dieser Zeitung, moderiert wurde. Klar wurde, dass das Jahrhundertprojekt «Zukunft Bahnhof Bern» noch über Jahre hinweg die Gemüter erhitzen wird. So sagte ein Zuhörer: «Gebaut wird zwar noch lange nicht; Weltmeister im Diskutieren sind wir Berner aber jetzt schon.» (Der Bund)

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